26.08.2022, 12:00 Uhr

Medizinisches Cannabis

CBDTHCUnterschiedeMedizinWirkungEntourage-Effekt Nebenwirkungen Kosum

THC und CBD Unterschied

Cannabis enthält über 113 verschiedene chemische Verbindungen, die als Cannabinoide bekannt sind. Cannabidiol (CBD) und Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) gehören wohl zu den populärsten Inhaltsstoffen von Cannabis. In den letzten Jahren hat das Interesse an medizinischem Cannabis und seinem Wirkungsgrad zugenommen. Lese hier mehr Wissenswertes über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von CBD und THC, ihren Nutzen für den Körper und die möglichen Nebenwirkungen.

Was ist CBD?

Cannabidiol, gewöhnlich als CBD bezeichnet, ist die zweithäufigste chemische Verbindung, die in Cannabis vorkommt. CBD hat keinen berauschenden Effekt, fördert allerdings Entspannung bis hin zu Schläfrigkeit. 

Laut einer Studie von UCL-Forschern erhöht CBD den Blutfluss zum Hippocampus, ein Bereich des Gehirns, der unsere Gedächtnisfähigkeit und Emotionen beeinflusst. Laut den Forschern gibt es Hinweise, dass CBD somit dazu beitragen kann, die Symptome von beispielsweise Psychosen und Angstzuständen zu reduzieren. 

Was ist THC?

Delta-9-Tetrahydrocannabinol, kurz THC, ist der wichtigste psychoaktive Inhaltsstoff von Cannabis. THC ist also für den allgemein bekannten Rausch zuständig und hilft außerdem, körperliche Spannungen zu lösen und den Appetit zu steigern. Nach Angaben des National Institute on Drug Abuse (NIDA) aktiviert THC das Belohnungssystem im Gehirn, indem es die Ausschüttung von Dopamin begünstigt. 

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei Stimmung und Vergnügen spielt. Mit der überdurchschnittlich hohen Dopaminausschüttung bewirkt THC beim Menschen ein hohes Maß an euphorischen Gefühlen.

CBD vs. THC: Die Unterschiede

CBD und THC sind aus chemischer Sicht beides sogenannte Isomere, das heißt, sie haben die gleiche chemische Formel, weisen aber eine unterschiedliche chemische Struktur auf. Sowohl CBD als auch THC ähneln den natürlichen Endocannabinoiden des Körpers. Endocannabinoide sind körpereigene Neurotransmitter, die im Gehirn wirken.  Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die Signale zwischen den Nervenzellen im Körper weiterleiten.
Sie spielen eine wichtige Rolle bei einer Vielzahl von Funktionen, darunter:

CBD und THC binden sich unterschiedlich an die Rezeptoren im körpereigenen Endocannabinoid System, welches zur Regulierung des zentralen Nervensystems, der synaptischen Plastizität (der Art und Weise, wie Neuronen miteinander kommunizieren) und der Reaktion des Körpers auf externe Stressfaktoren beiträgt. Der Hauptunterschied liegt an der berauschenden Wirkung von THC, während CBD diese psychoaktive Komponente nicht aufweist.
Es gibt keine Möglichkeit, THC und CBD anhand von Aussehen, Geruch, Geschmack oder Beschaffenheit zu unterscheiden. Seriöse Bezugsquellen stellen sicher, wie viel Wirkungsgrad das jeweilige Produkt aufweist.

Medizinische Verwendung von CBD & THC

Wirkung von CBD und THC

Die Wirkungen von CBD und THC auf den Körper sind recht unterschiedlich. Wenn du den Unterschied zwischen den beiden Substanzen kennst, weißt du, was dich beim Konsum erwartet und wie du medizinisches Cannabis optimal einsetzen kannst.

Wie wirkt CBD?

CBD verfügt über mehrere Wirkmechanismen, darunter die antiepileptische Wirkung. CBD bindet sich hierfür an ein bestimmtes Protein im Körper, welche Krampfanfälle auslöst, und kann somit das Austreten selbiger verhindern. 

Zudem wirkt es auf Schmerzsignale und Entzündungen ein, indem es im Endocannabinoid System an entsprechende Rezeptoren andockt. Auch eine antidepressive Wirkung wurde nachgewiesen. Es wirkt wie selektive Serotoninrezeptor-Hemmer (SSRI), die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. 

Bei Menschen mit Schizophrenie, einer psychischen Erkrankung, bei der es zu einer veränderten Wahrnehmung der Realität kommt, konnte eine Verringerung psychotischer Symptome beobachtet werden.

Wie wirkt THC?

THC wirkt appetitanregend und begünstigt in der richtigen Dosis durch die berauschende Wirkung die Lösung von Spannungen und Angstzuständen. Auch hier ist eine schmerzlindernde Wirkung positiv aufgefallen. Die besten Ergebnisse, bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, ergaben ein ausgewogenes Zusammenspiel von CBD und THC.

Medikamente mit Cannabinoiden (CBD und/oder THC) können auch bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Menschen, die sich einer Krebs-Chemotherapie unterziehen, sowie bei Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit im Zusammenhang mit dem Humanen Immundefizienz Virus (HIV) und AIDS hilfreich sein. Es sind aber weitere Studien erforderlich, um die Wirkungsmechanismen von CBD und THC zu bewerten und festzustellen, ob die Wirkungen durchgängig klinisch signifikant sind.

 
Laut der Umfrage von DrAnsay* haben 63 % der User mehr Erfolg mit hohem THC-Gehalt und nur 2 % mit geringem THC-Gehalt.

THC und CBD: Der Entourage-Effekt

Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die potenzielle therapeutische Wirkung von THC und CBD tendenziell größer ist, wenn die beiden Cannabinoide gleichzeitig eingenommen werden. 

Es hat sich auch gezeigt, dass die Einnahme von CBD zusammen mit THC dazu beiträgt, einige der unerwünschten Wirkungen von THC zu verringern. So deutet eine Studie darauf hin, dass CBD möglicherweise einige der negativen kognitiven Auswirkungen des regelmäßigen Cannabiskonsums verringern kann. Menschen, die regelmäßig Cannabis mit hohem THC-Gehalt konsumieren, haben mitunter ein größeres Risiko, psychiatrische Symptome wie Paranoia, Angstzustände und Psychosen zu entwickeln. Studien haben jedoch ergeben, dass CBD dazu beitragen kann, diese eventuellen Auswirkungen zu blockieren.

CBD vs. THC: Nebenwirkungen

Auch wenn diese Substanzen zahlreiche positive Wirkungsmechanismen aufweisen, bedeutet das nicht unbedingt, dass keine unerwünschten Wirkungen auftreten können. Einige unerwünschte Wirkungen, über die berichtet wurde, sind Veränderungen der Stimmung und des Appetits, Schläfrigkeit, Angstgefühle oder andere Stimmungsschwankungen, sowie Übelkeit und Schwindelgefühl. THC-Konsum kann auch zu unangenehmen Nebenwirkungen wie erhöhter Herzfrequenz, Mundtrockenheit und Gedächtnisverlust führen.

Auch die Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses, ein vermindertes Urteilsvermögen und Koordinationsstörungen gehören zur Liste der möglichen Nebenwirkungen. THC kann zudem die Funktionsweise des Hippocampus und des orbitofrontalen Kortex im Gehirn verändern. Diese Bereiche des Gehirns sind wichtig für die Bildung neuer Erinnerungen und die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit von einer Sache zur nächsten zu lenken. 
Auch, wenn 70 % unserer User angaben, keine Nebenwirkungen bei der Anwendung von med. Cannabis zu haben*, empfehlen wir immer eine Beratung mit einem spezialisierten Arzt.

Wie konsumiere ich CBD und THC?

Sowohl THC als auch CBD können in verschiedensten Formen konsumiert werden. So kann es nicht nur in „rauchbarer Form“, sondern auch durch Öle, Kapseln, Tinkturen oder Sprays im Körper wirken.

In unserer Umfrage, gaben 47 % der Patienten an med. Cannabis zu rauchen, 45 % gaben an zu verdampfen und nur 4 % nutzten flüssig-Extrakt:*

CBD wird oft auch in Lotionen und Salben zugesetzt, die auf die Haut aufgetragen werden. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung dieser Produkte lokal begrenzt ist, da sie nicht eingenommen werden. Essbare Produkte sind ebenfalls beliebt und umfassen Kekse, Gummibärchen, Bonbons und Getränke. 

Für welches Produkt du dich entscheidest, hängt von der Wirkungen ab, die du erzielen willst. Um Stress abzubauen oder erholsamer schlafen zu können, kann CBD ohne die Wirkung von THC zu Erfolgen führen. Bei Symptomen oder Erkrankungen, für die THC nachweislich nützlich ist, wie Anspannung, Zittern oder Appetitlosigkeit, könnte dies die bessere Wahl sein.

Laut unserer Umfrage*, sind die häufigsten Krankheiten der Patienten:

  • 24 % Schmerzen
  • 14 % ADHS
  • 12 % Schlafstörung
  • 12 % Depression


Wir haben nun erfahren, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede CBD und THC haben, wie sie dem Körper nutzen können und welche möglichen Nebenwirkungen es gibt. Besprich dies und weitere Fragen zu deiner Diagnose immer mit einem Arzt deines Vertrauens.
Zum Beispiel hier oder schau einfach in unserem Shop vorbei.

Weitere Blogartikel zu diesem Thema:

*Quelle: Nutzerumfrage über Monday  (n=230).

ACHTUNG: Suchtgefahr!

Falls Du süchtig bist oder wirst, findest Du Hilfe z. B. hier.

 

10 % bis 30 % (Fußnoten 1 & 2) der Cannabis-Konsumenten werden süchtig, d. h. sie können nicht aufhören, Cannabis zu konsumieren, obwohl es gesundheitliche und soziale Probleme verursacht.
Die Suchtgefahr ist bei Personen größer, die Cannabis häufiger und bereits als Jugendliche konsumieren.(3)
Süchtige haben auch ein höheres Risiko für andere negative Folgen, wie z. B. Probleme mit der Aufmerksamkeit, dem Gedächtnis und dem Lernen.

Folgende Anzeichen deuten auf eine Cannabis-Sucht hin (4):

- Verlangen nach Cannabis oder Entzugserscheinungen ohne Cannabis.
- Erfolgloser Versuch, mit dem Cannabiskonsum aufzuhören.
- Cannabis zu konsumieren, obwohl es körperliche oder psychische Probleme verursacht.
- Cannabis zu konsumieren, obwohl es Vernachlässigung oder sonstige Probleme mit Familie, Freunden oder Kollegen verursacht.
- Cannabiskonsum in riskanten Situationen, z. B. beim Autofahren.
- Mehr Cannabiskonsum als beabsichtigt oder viel Zeit mit Cannabis zu verbringen.
- Das Bedürfnis, mehr Cannabis zu konsumieren, um den gleichen Rausch zu erleben.

 

(1) Lopez-Quintero C, de los Cobos JP, Hasin DS, et al. Probability and predictors of transition from first use to dependence on nicotine, alcohol, cannabis, and cocaine: Results of the National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions (NESARC). Drug and Alcohol Dependence. 2011;115(1-2):120-130.
(2) Hasin DS, Saha TD, Kerridge BT, et al. Prevalence of marijuana use disorders in the United States between 2001-2002 and 2012-2013. JAMA Psychiatry. 2015;72(12):1235-1242.
(3) Winters KC, Lee C-YS. Likelihood of developing an alcohol and cannabis use disorder during youth: association with recent use and age. Drug and Alcohol Dependence. 2008;92(1-3):239-247.
(4) American Psychiatric Association. Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (5th ed). Washington, DC; 2013.