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„California sober“: Warum verzichten manche auf Alkohol, aber nicht auf Cannabis?

„California sober“: Warum verzichten manche auf Alkohol, aber nicht auf Cannabis?

„California sober“: Warum verzichten manche auf Alkohol, aber nicht auf Cannabis?
Elke Habekost

Redakteurin

Elke Habekost


Lesezeit:
3 Minuten
Veröffentlicht am:
03.11.2026

Von Bier, Wein oder gar Cocktails lassen viele Menschen lieber die Finger. Bei Cannabis dagegen greifen sie gerne zu. Immerhin liegt „California Sober“ im Trend. Was sich hinter dem Konzept verbirgt? Wir verraten es.



Für viele gehört ein Glas Wein nach Feierabend, ein Bier mit Freunden oder ein cooler Cocktail am Wochenende einfach zum Alltag dazu. Möchte man zumindest meinen. Denn erstaunlicherweise schwören immer mehr Menschen dem Alkohol ab, weil sie erleben wollen, wie es sich anfühlt, komplett „sober“ (also nüchtern) zu sein.


Obwohl: So ganz stimmt das dann auch wieder nicht. Denn während Hochprozentiges für viele auf der Tabu-Liste landet, sind andere Substanzen durchaus hoch im Kurs. Vor allem Cannabis erlauben sich viele trotz Abstinenz. Hinter dieser Denkweise steckt der Begriff „California Sober“, für den es allerdings keine einheitliche Definition gibt. Vielmehr beschreibt es den persönlichen Umgang mit Konsum.



Warum wird Alkohol gestrichen, Cannabis aber behalten?

Dabei scheint Alkohol auf den ersten Blick doch die „entspannte" Konsum-Möglichkeit zu sein. Oder etwa nicht? Fakt ist jedenfalls, dass manche Menschen den Konsum von Alkohol als belastend empfinden, weil er den Schlaf und das Wohlbefinden beeinträchtigen kann. Andere haben Angst davor, dass aus einem Glas nach Feierabend eine Gewohnheit wird, die sich nicht abstellen lässt.


Ganz anders sind die Assoziationen mit Cannabis. Denn diesem eilt der Ruf voraus, entspannend zu wirken und sogar beim Schlafen zu unterstützen. Noch mehr, seit sich die gesellschaftliche Wahrnehmung verändert hat. War Cannabis früher in vielen Ländern noch mit illegalem Drogenkonsum verbunden, ist es seit der Legalisierung deutlich anerkannter und weniger stigmatisiert.



Cannabis ist kein Ersatz für Alkohol

Es macht wenig Sinn, die beiden Substanzen gegeneinander aufzurechnen, denn Alkohol und Cannabis wirken unterschiedlich und haben verschiedene Risikoprofile. Doch es ist vor allem auch die Kombination, die zu Problemen führen kann, da die Beeinträchtigungen verstärkt werden können.


Wichtig ist dabei vor allem die Unterscheidung zwischen Freizeitkonsum und medizinischer Anwendung. Während Cannabis in der Freizeit häufig aus persönlichen Motiven konsumiert wird, erfolgt eine medizinische Cannabistherapie auf Grundlage einer ärztlichen Einschätzung und mit einem konkreten Behandlungsziel. Dabei spielen unter anderem die individuelle gesundheitliche Situation, die Auswahl des Präparats und die Dosierung eine wichtige Rolle.


„California sober“: Warum verzichten manche auf Alkohol, aber nicht auf Cannabis?



„California sober“ ist keine Therapie

Besonders wichtig ist es deshalb, den Unterschied zwischen Lifestyle und Suchthilfe zu kennen. Wer bereits eine Alkohol- oder andere Substanzabhängigkeit entwickelt hat, sollte „California sober“ nicht einfach als Therapie betrachten.


Wird Cannabis als Ersatz für eine andere Substanz eingesetzt, kann sich ein problematisches Konsummuster möglicherweise verlagern oder fortsetzen. Der Begriff ist deshalb keine medizinisch anerkannte Behandlungsmethode, sondern sollte als mögliche Strategie individuell mit Fachleuten besprochen werden.



Ein Trend der bewussteren Konsumkultur

Ob „California sober“ tatsächlich der richtige Weg ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend ist vielmehr, den eigenen Konsum und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit kritisch zu hinterfragen. Wer Cannabis regelmäßig konsumiert oder damit Beschwerden wie Schlafprobleme oder Stress lindern möchte, sollte mögliche Risiken kennen und gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen. Denn ein bewusster Umgang mit Genussmitteln bedeutet vor allem, informierte Entscheidungen zu treffen und die eigene Gesundheit nicht aus dem Blick zu verlieren.

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