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Lesezeit:
4 Minuten
Veröffentlichungsdatum
23.09.2026
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DrAnsay Cannabis-Kompass: Wie Deutschland wirklich über medizinisches Cannabis denkt
DrAnsay News

DrAnsay Cannabis-Kompass: Wie Deutschland wirklich über medizinisches Cannabis denkt

Neue Zahlen zeigen die überraschende Lücke zwischen Akzeptanz und Wissen

DrAnsay Cannabis-Kompass: Wie Deutschland wirklich über medizinisches Cannabis denkt

Cannabis polarisiert. Oder etwa nicht?


Zumindest beim medizinischen Einsatz scheint das Bild heute weniger eindeutig zu sein, als alte Debatten über Rausch, Legalisierung und gesellschaftliche Akzeptanz vermuten lassen. 76,6 Prozent der Befragten finden nämlich, dass Cannabis als reguläre medizinische Behandlungsmöglichkeit anerkannt werden sollte, wenn es ärztlich verordnet und begleitet wird.


Das ist eines der zentralen Ergebnisse des neuen DrAnsay Cannabis-Kompass, für den Appinio im Auftrag von DrAnsay 1.000 Menschen zwischen 18 und 65 Jahren befragt hat.


Doch die vielleicht interessantere Geschichte beginnt dort, wo das grundsätzliche Ja aufhört.



Was, wenn es plötzlich um mich geht?

Einer Therapie grundsätzlich offen gegenüberzustehen, ist eine Sache. Sie im eigenen Leben zu akzeptieren, eine andere.


Also haben wir nachgefragt.


Was wäre, wenn eine Person aus dem engen persönlichen Umfeld medizinisches Cannabis verschrieben bekäme? Für 69,1 Prozent wäre das kein oder eher kein Problem. Und wenn eine Ärztin oder ein Arzt die Behandlung einem selbst empfehlen würde? Auch dann könnten sich 62,6 Prozent eine Therapie eher oder definitiv vorstellen.


Die Werte werden mit zunehmender persönlicher Nähe zwar niedriger, sie kippen aber nicht. Selbst bei der eigenen Behandlung bleibt die Mehrheit offen.


Das macht medizinisches Cannabis noch lange nicht zu einem unumstrittenen Thema. Es zeigt aber, dass die gesellschaftliche Debatte möglicherweise an einem anderen Punkt angekommen ist: Die entscheidende Frage lautet für viele nicht mehr nur „Cannabis – ja oder nein?“, sondern zunehmend „Was würde eine solche Behandlung konkret für mich bedeuten?“




Offen für die Therapie. Aber gut informiert?

Genau hier taucht eine auffällige Lücke auf. Denn der hohen Akzeptanz steht ein deutlich niedrigerer selbst eingeschätzter Informationsstand gegenüber: Nur 37,1 Prozent fühlen sich gut oder sehr gut über medizinisches Cannabis informiert.


Mit anderen Worten: Man muss kein:e Cannabis-Expert:in sein, um der Therapie grundsätzlich offen gegenüberzustehen.


Doch spätestens, wenn aus einer abstrakten Haltung eine mögliche eigene Behandlung wird, werden die Fragen konkreter. Wie hoch ist das Risiko einer Abhängigkeit? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Darf ich Auto fahren? Wer übernimmt die Kosten?


Und genau diese Fragen finden sich in den Ergebnissen wieder.



Nicht das Stigma steht ganz oben – sondern ganz praktische Sorgen

Als mögliches Hindernis für eine eigene Behandlung nennen die Befragten am häufigsten die Angst vor Abhängigkeit (27,4 Prozent). Dahinter folgen körperliche Nebenwirkungen mit 25,2 Prozent und psychische Nebenwirkungen mit 23,2 Prozent.


Auch Fahrtüchtigkeit, Führerschein, Alltagstauglichkeit und Kosten spielen eine Rolle. Interessant ist dabei noch etwas anderes: 51,4 Prozent stimmen zumindest eher der Aussage zu, dass Patient:innen, die medizinisches Cannabis nutzen, gesellschaftlich stigmatisiert werden. Als persönliche Hürde für eine eigene Behandlung nennen die Angst vor sozialer Stigmatisierung dagegen nur 8,2 Prozent.


Das Stigma ist in den Köpfen also durchaus präsent. Bei der Frage nach einer eigenen Therapie liegen für viele jedoch andere Dinge näher: Gesundheit, Alltag und ganz konkrete Konsequenzen einer Behandlung.




Die Fragen verraten fast genauso viel wie die Antworten

Vielleicht liegt genau darin die spannendste Erkenntnis des Cannabis-Kompass. Denn dort, wo Menschen zögern, wollen sie häufig auch mehr wissen. 24,5 Prozent wünschen sich mehr Informationen zum Abhängigkeitsrisiko, 24,2 Prozent zu psychischen und körperlichen Nebenwirkungen. Auch Kosten und Erstattung sowie langfristige Auswirkungen gehören zu den gefragten Themen.


Natürlich lässt sich daraus nicht ableiten, dass mehr Information automatisch zu mehr Zustimmung führt. Bedenken und Informationswünsche wurden voneinander getrennt abgefragt.


Aber die thematische Überschneidung ist auffällig.


Sie zeigt, dass die nächste Phase der Debatte um medizinisches Cannabis vielleicht weniger von der Frage geprägt sein wird, ob es als Therapie akzeptiert wird – sondern davon, wie gut Menschen verstehen, was eine solche Therapie für sie konkret bedeutet.


→ Hier Studie herunterladen



Offenheit braucht Orientierung

Genau an diesem Punkt setzt auch unser neuer E-Guide „Cannabis einfach verstehen“ an. Er erklärt zentrale Grundlagen rund um medizinisches Cannabis – von Wirkung und Anwendung über Dosierung bis hin zu Nebenwirkungen und Risiken – verständlich und kompakt.



Denn wenn der DrAnsay Cannabis-Kompass eines zeigt, dann dies: Die Offenheit ist groß. Der Informationsbedarf auch.


→ Zum E-Guide






Der DrAnsay Cannabis-Kompass basiert auf einer Onlinebefragung, die Appinio im Auftrag von DrAnsay vom 21. bis 24. August 2026 durchgeführt hat. Befragt wurden 1.000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren.

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