Selbstfürsorge ist kein Egoismus – sondern Herzschutz
Kennst du Menschen, die für alle da sind – nur nicht für sich selbst? Vielleicht gehörst du sogar dazu. Du kümmerst dich um deine Familie, deine Freunde oder deine Kolleginnen und Kollegen. Im Beruf gibst du jeden Tag dein Bestes. Termine werden eingehalten, Verpflichtungen erfüllt und die To-do-Liste wird immer länger.
Doch wenn dich jemand fragt, wann du zuletzt bewusst etwas für dich getan hast, musst du erst einmal überlegen.
Genau das erlebe ich in meiner täglichen Arbeit als Kardiologe immer wieder.
Viele Menschen kümmern sich hervorragend um andere – aber viel zu wenig um ihre eigene Gesundheit.
Fakt ist : Auch Dein Herz braucht Fürsorge
Unser Herz arbeitet rund um die Uhr. Tag und Nacht schlägt es für uns, ohne Pause. Deshalb braucht auch unser Körper regelmäßige Erholung. Wer dauerhaft unter Anspannung steht, schlecht schläft und sich keine Auszeiten gönnt, setzt sein Herz auf Dauer unter Stress.
Die Folge können unter anderem ein erhöhter Blutdruck, Herzrhythmusstörungen oder ein gesteigertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Selbstfürsorge ist deshalb kein Luxus. Sie ist ein wichtiger Bestandteil moderner Herzprävention.
Warum uns Selbstfürsorge so schwerfällt
Viele Menschen verbinden Selbstfürsorge mit Egoismus. Dabei bedeutet sie etwas völlig anderes. Es geht nicht darum, sich ständig an die erste Stelle zu setzen. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse nicht dauerhaft zu ignorieren. Denn wer immer nur gibt, ohne selbst neue Kraft zu schöpfen, wird irgendwann erschöpft sein.
Und genau das spürt auch das Herz.
Kleine Pausen – große Wirkung
Selbstfürsorge muss weder teuer noch aufwendig sein. Oft reichen schon kleine Veränderungen:
- ein Spaziergang an der frischen Luft
- ausreichend Schlaf
- regelmäßige Bewegung
- Zeit mit Menschen, die dir guttun
- bewusste Momente ohne Handy oder Termine
- etwas tun, das dir einfach Freude bereitet
Diese kleinen Auszeiten helfen deinem Körper, Stress abzubauen und neue Energie zu gewinnen.
Du darfst auch an dich denken
Ein Satz, den ich meinen Patientinnen und Patienten häufig mitgebe, lautet:
Du musst nicht immer zuerst an dich denken. Aber du solltest auch an dich denken.
Das macht einen großen Unterschied. Denn nur wer gut für sich sorgt, kann langfristig auch für andere da sein.
Mein Wunsch an dich
Frag dich heute einmal ganz bewusst:
Was könnte ich heute tun, damit mein Herz ein kleines bisschen aufatmen kann?
Vielleicht ist es ein Spaziergang.
Ein Telefonat mit einem lieben Menschen.
Eine Stunde ohne Handy.
Oder einfach früher schlafen zu gehen.
Herzgesundheit beginnt oft nicht mit einer großen Veränderung. Sondern mit einer kleinen Entscheidung für dich selbst. Denn Selbstfürsorge ist kein Egoismus.
Sie ist eine der schönsten Formen von Herzschutz.
Von ganzem Herzen
Dein Herzensdoc Nana