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Wer Angst vor sozialen Interaktionen hat, kann in vielen Fällen nicht mehr regulär am Alltag teilnehmen: Die Isolation sorgt dafür, dass es den Betroffenen mit der Zeit immer schwerer fällt, sich die Hilfe zu suchen, die sie benötigen. Die COVID-Pandemie hat die Krankheit in vielen Fällen sogar noch verstärkt. Dennoch gibt es Wege, wie man auch mit der Angststörung einem geregelten Alltag nachgehen kann – auch wenn es schwer ist.
Die Worte bleiben im Hals stecken, die Hände zittern und die Füße möchten einen nicht über die Türschwelle hinaus tragen – viele Menschen werden tagtäglich von ihren Ängsten stark in ihrem Alltag eingeschränkt. Gerade bei sozialen Phobien kann das weitreichende Folgen haben: Von sozialer Isolation bis hin zu Job- oder Wohnungsverlust. Auch die COVID-Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen und bereits vorhandene Ängste verstärkt oder neue hervorgebracht. Die Angst vor sozialer Interaktion im Miteinander kann lähmend werden. Wie findet man einen Umgang damit, dass die größten Trigger sich dort verstecken, wo man sich eigentlich auch Hilfe suchen möchte?
Bei der sozialen Phobie geht es um mehr als “nur” Nervosität vor einem Gespräch oder die Unlust an Small Talk. Die Angststörung gehört zu den psychischen Erkrankungen, die am weitesten verbreitet sind und betrifft weltweit zwischen zwei und zehn Prozent der Menschen weltweit. Sie entwickelt sich häufig bereits im Jugendalter und wirkt bis ins Erwachsenenleben hinein, wenn die Betroffenen sich nicht in Behandlung begeben.
Man kann die Krankheit in eine generalisierte und eine spezifische soziale Angststörung unterteilen: Während erstere generell alle sozialen Interaktionen betrifft, tritt die letztere im Zusammenhang mit spezifischen Situationen auf, vor denen die betroffene Person Angst hat. Die Symptome können von Fall zu Fall variieren, dabei handelt es sich meistens um:
Die Auswirkung auf den Alltag der Betroffenen kann in besonders schlimmen Fällen sogar zur Bedrohung für die eigene Existenzgrundlage werden: Betroffene meiden dann, zur Arbeit zu gehen, schotten sich sozial ab und vereinsamen oder können offizielle Angelegenheiten nicht regeln, weswegen sie ihre Wohnung verlieren könnten oder anderweitigen wirtschaftlichen Schaden nehmen.
Woher genau die soziale Phobie stammt, ist vom spezifischen Fall abhängig: Faktoren wie die Erziehung oder das durch das Elternhaus mitgegebene Sozialverhalten können eine große Rolle spielen, denn daraus kann sich eine Veranlagung für soziale Ängste entwickeln. In den meisten Fällen ist der Auslöser jedoch ein konkretes Ereignis, das die Betroffenen langfristig prägt. Dazu gehört nach 2020 definitiv auch die COVID-19-Pandemie, die zu einer ganz eigenen Ausprägung der sozialen Angst geführt hat: dem sogenannten Cave-Syndrom.
Was die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Isolationsmaßnahmen mit uns als Gesellschaft gemacht haben, wird erst jetzt nach und nach erforscht. Dennoch hat man nach den Lockerungen der Maßnahmen schnell gemerkt, dass sich unser Sozialverhalten stark verändert hat. Inzwischen hat man zumindest für eine spezifische Ausprägung davon auch einen Begriff gefunden: Als Cave-Syndrom wird eine Ausprägung der sozialen Angst bezeichnet, bei der die Betroffenen es aus der selbst auferlegten Isolation während der Pandemie nicht mehr raus schaffen. Dabei können bereits vorhandene Ängste verstärkt und neue Ängste entwickelt werden. Der Begriff wurde durch den US-amerikanischen Psychiater Alan Teo geprägt, der sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf unser Sozialverhalten beschäftigt hat.
Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt hat allerdings festgestellt, dass es sich beim Cave-Syndrom nicht um ein alleinstehendes Krankheitsbild, sondern eher um ein Verhaltensmuster, das sich nach der Pandemie bei den Betroffenen etabliert hat. Der Begriff an sich ist also auch nicht unumstritten, sondern wird noch kontrovers diskutiert. Der Einfluss der Pandemie auf unser Verhalten ist allerdings dennoch klar erkennbar – wie geht es für Betroffene also weiter?
Sich als Person, die unter sozialen Ängsten leidet, Hilfe zu suchen, ist eine Hürde in sich. Egal, ob der Auslöser in der COVID-Pandemie liegt oder die Phobie durch etwas anderes hervorgerufen wurde, spüren viele Patient:innen nicht nur Angst, sondern auch Scham bei dem Gedanken, sich bei den richtigen Ansprechpartner:innen zu melden.
Dabei ist eine Verhaltenstherapie in den meisten Fällen sehr wichtig, um Wege zu finden, wie man mit einer Angststörung umgehen kann. In therapeutischer Behandlung lernen Betroffene nicht nur, wie man Trigger identifiziert, sondern auch, wie man auf sie reagiert, ohne in Angstzustände zu geraten. Auch medikamentöse Behandlung durch Psychiater:innen kann erst dann geschehen, wenn Betroffene bereits in Kontakt mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin stehen.
An dieser Stelle kann das Umfeld helfen: Verständnis und Hilfe zur Selbsthilfe sind besonders wichtig, wenn man Betroffene auf ihrem Weg der Besserung begleitet. Beispielsweise kann die Unterstützung bei der Suche nach einem Therapieplatz oder das Begleiten zu Arztgesprächen dafür sorgen, dass Betroffene sich der Situation nicht ausgesetzt fühlen und dadurch weniger Angst verspüren. Dafür müssen diejenigen, die unter sozialen Ängsten leiden, aber auch die Kraft haben, die entsprechenden Anlaufstellen tatsächlich aufzusuchen – im besten Fall, bevor der Leidensdruck zu groß wird. Dabei kann auch der Austausch mit anderen Betroffenen helfen, sodass klar wird, dass man wirklich nicht alleine in dieser Situation ist. Mit dieser Gewissheit können Betroffene Schritt für Schritt wieder am sozialen Leben teilnehmen, nachdem sie die Hilfe bekommen haben, die sie benötigen.
Wer Angst vor sozialen Interaktionen hat, kann in vielen Fällen nicht mehr regulär am Alltag teilnehmen: Die Isolation sorgt dafür, dass es den Betroffenen mit der Zeit immer schwerer fällt, sich die Hilfe zu suchen, die sie benötigen. Die COVID-Pandemie hat die Krankheit in vielen Fällen sogar noch verstärkt. Dennoch gibt es Wege, wie man auch mit der Angststörung einem geregelten Alltag nachgehen kann – auch wenn es schwer ist.
Die Worte bleiben im Hals stecken, die Hände zittern und die Füße möchten einen nicht über die Türschwelle hinaus tragen – viele Menschen werden tagtäglich von ihren Ängsten stark in ihrem Alltag eingeschränkt. Gerade bei sozialen Phobien kann das weitreichende Folgen haben: Von sozialer Isolation bis hin zu Job- oder Wohnungsverlust. Auch die COVID-Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen und bereits vorhandene Ängste verstärkt oder neue hervorgebracht. Die Angst vor sozialer Interaktion im Miteinander kann lähmend werden. Wie findet man einen Umgang damit, dass die größten Trigger sich dort verstecken, wo man sich eigentlich auch Hilfe suchen möchte?
Bei der sozialen Phobie geht es um mehr als “nur” Nervosität vor einem Gespräch oder die Unlust an Small Talk. Die Angststörung gehört zu den psychischen Erkrankungen, die am weitesten verbreitet sind und betrifft weltweit zwischen zwei und zehn Prozent der Menschen weltweit. Sie entwickelt sich häufig bereits im Jugendalter und wirkt bis ins Erwachsenenleben hinein, wenn die Betroffenen sich nicht in Behandlung begeben.
Man kann die Krankheit in eine generalisierte und eine spezifische soziale Angststörung unterteilen: Während erstere generell alle sozialen Interaktionen betrifft, tritt die letztere im Zusammenhang mit spezifischen Situationen auf, vor denen die betroffene Person Angst hat. Die Symptome können von Fall zu Fall variieren, dabei handelt es sich meistens um:
Die Auswirkung auf den Alltag der Betroffenen kann in besonders schlimmen Fällen sogar zur Bedrohung für die eigene Existenzgrundlage werden: Betroffene meiden dann, zur Arbeit zu gehen, schotten sich sozial ab und vereinsamen oder können offizielle Angelegenheiten nicht regeln, weswegen sie ihre Wohnung verlieren könnten oder anderweitigen wirtschaftlichen Schaden nehmen.
Woher genau die soziale Phobie stammt, ist vom spezifischen Fall abhängig: Faktoren wie die Erziehung oder das durch das Elternhaus mitgegebene Sozialverhalten können eine große Rolle spielen, denn daraus kann sich eine Veranlagung für soziale Ängste entwickeln. In den meisten Fällen ist der Auslöser jedoch ein konkretes Ereignis, das die Betroffenen langfristig prägt. Dazu gehört nach 2020 definitiv auch die COVID-19-Pandemie, die zu einer ganz eigenen Ausprägung der sozialen Angst geführt hat: dem sogenannten Cave-Syndrom.
Was die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Isolationsmaßnahmen mit uns als Gesellschaft gemacht haben, wird erst jetzt nach und nach erforscht. Dennoch hat man nach den Lockerungen der Maßnahmen schnell gemerkt, dass sich unser Sozialverhalten stark verändert hat. Inzwischen hat man zumindest für eine spezifische Ausprägung davon auch einen Begriff gefunden: Als Cave-Syndrom wird eine Ausprägung der sozialen Angst bezeichnet, bei der die Betroffenen es aus der selbst auferlegten Isolation während der Pandemie nicht mehr raus schaffen. Dabei können bereits vorhandene Ängste verstärkt und neue Ängste entwickelt werden. Der Begriff wurde durch den US-amerikanischen Psychiater Alan Teo geprägt, der sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf unser Sozialverhalten beschäftigt hat.
Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt hat allerdings festgestellt, dass es sich beim Cave-Syndrom nicht um ein alleinstehendes Krankheitsbild, sondern eher um ein Verhaltensmuster, das sich nach der Pandemie bei den Betroffenen etabliert hat. Der Begriff an sich ist also auch nicht unumstritten, sondern wird noch kontrovers diskutiert. Der Einfluss der Pandemie auf unser Verhalten ist allerdings dennoch klar erkennbar – wie geht es für Betroffene also weiter?
Sich als Person, die unter sozialen Ängsten leidet, Hilfe zu suchen, ist eine Hürde in sich. Egal, ob der Auslöser in der COVID-Pandemie liegt oder die Phobie durch etwas anderes hervorgerufen wurde, spüren viele Patient:innen nicht nur Angst, sondern auch Scham bei dem Gedanken, sich bei den richtigen Ansprechpartner:innen zu melden.
Dabei ist eine Verhaltenstherapie in den meisten Fällen sehr wichtig, um Wege zu finden, wie man mit einer Angststörung umgehen kann. In therapeutischer Behandlung lernen Betroffene nicht nur, wie man Trigger identifiziert, sondern auch, wie man auf sie reagiert, ohne in Angstzustände zu geraten. Auch medikamentöse Behandlung durch Psychiater:innen kann erst dann geschehen, wenn Betroffene bereits in Kontakt mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin stehen.
An dieser Stelle kann das Umfeld helfen: Verständnis und Hilfe zur Selbsthilfe sind besonders wichtig, wenn man Betroffene auf ihrem Weg der Besserung begleitet. Beispielsweise kann die Unterstützung bei der Suche nach einem Therapieplatz oder das Begleiten zu Arztgesprächen dafür sorgen, dass Betroffene sich der Situation nicht ausgesetzt fühlen und dadurch weniger Angst verspüren. Dafür müssen diejenigen, die unter sozialen Ängsten leiden, aber auch die Kraft haben, die entsprechenden Anlaufstellen tatsächlich aufzusuchen – im besten Fall, bevor der Leidensdruck zu groß wird. Dabei kann auch der Austausch mit anderen Betroffenen helfen, sodass klar wird, dass man wirklich nicht alleine in dieser Situation ist. Mit dieser Gewissheit können Betroffene Schritt für Schritt wieder am sozialen Leben teilnehmen, nachdem sie die Hilfe bekommen haben, die sie benötigen.