Ich habe lange gedacht, Schlaf sei die unspektakuläre Werbepause des Lebens. Nett, wenn sie kommt, aber man verpasst auch nichts, wenn man sie überspringt. Erfolgreiche Menschen standen schließlich um fünf auf, machten Sonnengrüße, sortierten ihren Posteingang und hatten schon halbe Wunder vollbracht, bevor ich überhaupt wach war. Und ich? Ich hielt Schlaf für einen Luxus, den man sich gönnt, wenn man gerade nichts Besseres zu tun hat. Zumindest, bis ich in meinen Dreißigern angekommen war. Da merkte ich, dass Schlaf definitiv das Schönste ist, mit dem ich meine Zeit verbringen konnte. Mein liebstes Hobby, wenn man so will. Und zwar zurecht. Denn wer am Schlaf spart, spart nicht etwa Zeit – sondern an seiner eigenen Kraft.
Jetzt mal ehrlich, Schlaf ist kein Luxus. Schlaf ist Grundausstattung. Unser Körper nutzt die Nacht nicht, um ein bisschen zu chillen, sondern um ernsthaft aufzuräumen. Muskeln reparieren, Immunsystem hochfahren, Gedanken sortieren. Wenn wir diese Zeit kürzen, wackelt unser Fundament. Konzentration runter, Stimmung runter, Kreativität… na ja, die liegt dann irgendwo im Keller und möchte ungestört bleiben.
Fun Fact: Zu wenig Schlaf macht uns sehr schnell sehr unvernünftig. Man braucht nicht mal eine komplett durchwachte Nacht. Sechs Stunden reichen schon, um uns aus dem Gleichgewicht zu ziehen. Plötzlich wirkt alles stressiger. Kleine Situationen fühlen sich groß an. Und der Teil des Gehirns, der uns normalerweise davon abhält, jemandem die Meinung ungebremst ins Gesicht zu knallen, macht kurz Pause. Schlafmangel macht uns dünnhäutig und manchmal einfach nicht besonders charmant.
Schlafen ist nicht gleich Schlafen. Schlafqualität ist das eigentliche Gold. Es bringt wenig, acht Stunden im Bett zu liegen, wenn die Hälfte davon daraus besteht, das Handy nochmal kurz zu checken oder sich über die Nachbarn zu ärgern, die offenbar um Mitternacht Möbel verrücken. Tiefschlaf ist das, was zählt. Und den bekommen wir nur, wenn wir vor dem Schlafen runterkommen und unser Umfeld halbwegs ruhig ist. Ist simpel, aber eben nicht egal.
Regeneration ist dementsprechend wie ein Krafttraining, nur ohne Gewichte. Wir leben in einer Welt, die Pausen immer noch mit Faulheit verwechselt. Dabei wächst kein Muskel während der Anstrengung. Wachstum passiert danach. Und so funktioniert auch unser Leben. Wer ausreichend schläft, ist nicht weniger fleißig. Er ist einfach besser ausgerüstet.
Ich hatte mal eine Phase, in der ich dachte, fünf Stunden Schlaf seien fast schon wie eine Superkraft. Andere brauchen acht Stunden? Pah! Ich nicht. Ich bin effizient. In Wirklichkeit war ich den ganzen Tag gereizt, fahrig und mein Hautbild schrie nach Intervention. Und zwar laut.
Erst als ich Schlaf wie einen festen Termin behandelte, nicht verschiebbar, nicht verhandelbar, wurde es anders. Ich stand morgens auf und hatte das Gefühl: Okay, das ist mein Körper. Und er arbeitet für mich, nicht gegen mich.
Heute weiß ich: Schlaf ist kein Wegducken. Es ist gelebte Selbstachtung.
Quellen
Walker, M. (2017): Why We Sleep
Spiegel, K. et al. (1999): Impact of Sleep Debt on Metabolic and Endocrine Function
Killgore, W. D. (2010): Effects of sleep deprivation on cognition
Ich habe lange gedacht, Schlaf sei die unspektakuläre Werbepause des Lebens. Nett, wenn sie kommt, aber man verpasst auch nichts, wenn man sie überspringt. Erfolgreiche Menschen standen schließlich um fünf auf, machten Sonnengrüße, sortierten ihren Posteingang und hatten schon halbe Wunder vollbracht, bevor ich überhaupt wach war. Und ich? Ich hielt Schlaf für einen Luxus, den man sich gönnt, wenn man gerade nichts Besseres zu tun hat. Zumindest, bis ich in meinen Dreißigern angekommen war. Da merkte ich, dass Schlaf definitiv das Schönste ist, mit dem ich meine Zeit verbringen konnte. Mein liebstes Hobby, wenn man so will. Und zwar zurecht. Denn wer am Schlaf spart, spart nicht etwa Zeit – sondern an seiner eigenen Kraft.
Jetzt mal ehrlich, Schlaf ist kein Luxus. Schlaf ist Grundausstattung. Unser Körper nutzt die Nacht nicht, um ein bisschen zu chillen, sondern um ernsthaft aufzuräumen. Muskeln reparieren, Immunsystem hochfahren, Gedanken sortieren. Wenn wir diese Zeit kürzen, wackelt unser Fundament. Konzentration runter, Stimmung runter, Kreativität… na ja, die liegt dann irgendwo im Keller und möchte ungestört bleiben.
Fun Fact: Zu wenig Schlaf macht uns sehr schnell sehr unvernünftig. Man braucht nicht mal eine komplett durchwachte Nacht. Sechs Stunden reichen schon, um uns aus dem Gleichgewicht zu ziehen. Plötzlich wirkt alles stressiger. Kleine Situationen fühlen sich groß an. Und der Teil des Gehirns, der uns normalerweise davon abhält, jemandem die Meinung ungebremst ins Gesicht zu knallen, macht kurz Pause. Schlafmangel macht uns dünnhäutig und manchmal einfach nicht besonders charmant.
Schlafen ist nicht gleich Schlafen. Schlafqualität ist das eigentliche Gold. Es bringt wenig, acht Stunden im Bett zu liegen, wenn die Hälfte davon daraus besteht, das Handy nochmal kurz zu checken oder sich über die Nachbarn zu ärgern, die offenbar um Mitternacht Möbel verrücken. Tiefschlaf ist das, was zählt. Und den bekommen wir nur, wenn wir vor dem Schlafen runterkommen und unser Umfeld halbwegs ruhig ist. Ist simpel, aber eben nicht egal.
Regeneration ist dementsprechend wie ein Krafttraining, nur ohne Gewichte. Wir leben in einer Welt, die Pausen immer noch mit Faulheit verwechselt. Dabei wächst kein Muskel während der Anstrengung. Wachstum passiert danach. Und so funktioniert auch unser Leben. Wer ausreichend schläft, ist nicht weniger fleißig. Er ist einfach besser ausgerüstet.
Ich hatte mal eine Phase, in der ich dachte, fünf Stunden Schlaf seien fast schon wie eine Superkraft. Andere brauchen acht Stunden? Pah! Ich nicht. Ich bin effizient. In Wirklichkeit war ich den ganzen Tag gereizt, fahrig und mein Hautbild schrie nach Intervention. Und zwar laut.
Erst als ich Schlaf wie einen festen Termin behandelte, nicht verschiebbar, nicht verhandelbar, wurde es anders. Ich stand morgens auf und hatte das Gefühl: Okay, das ist mein Körper. Und er arbeitet für mich, nicht gegen mich.
Heute weiß ich: Schlaf ist kein Wegducken. Es ist gelebte Selbstachtung.
Quellen
Walker, M. (2017): Why We Sleep
Spiegel, K. et al. (1999): Impact of Sleep Debt on Metabolic and Endocrine Function
Killgore, W. D. (2010): Effects of sleep deprivation on cognition